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Bemessung flexibler Fahrbahnen in Solingen: Was der Untergrund wirklich braucht

Gemeinsam lösen wir die Herausforderungen von morgen.

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Wenn der Dynapac-Walzenzug über die Schottertragschicht in Solingen-Mitte fährt und die Plattendruckversuche vor Ort gemacht werden, wissen wir: Der Teufel steckt hier im Detail. Denn der bergische Boden unter Solingen ist geprägt von tiefgründig verwitterten Tonschiefern und Lösslehmauflagen, die je nach Wassergehalt ihre Tragfähigkeit drastisch verändern können. Bei der Bemessung flexibler Fahrbahnen heißt das für uns konkret, dass ein Standardaufbau nach Tafel 1 der RStO 12 nicht einfach blind übernommen werden kann. Wir kombinieren deshalb immer eine gründliche Baugrunderkundung mit mehreren Plattendruckversuchen auf dem Planum, um den tatsächlichen Verformungsmodul Ev2 zu bestimmen. Nur so lässt sich der frostsichere Oberbau dimensionieren, der den täglichen Verkehrslasten auf den Zufahrten zu den Gewerbegebieten standhält. In einem Fall haben wir auf einer Trasse nahe der Wupper erst nach einem zusätzlichen CPT-Versuch die weichen Auelehmschichten in 2,5 Metern Tiefe erkannt und konnten durch eine angepasste Tragschichtdicke spätere Setzungsschäden vermeiden.

In den Hanglagen von Solingen entscheidet nicht die Asphaltdicke über die Lebensdauer, sondern die präzise Abstimmung der ungebundenen Tragschichten auf den lokal anstehenden Verwitterungslehm.

Methodik und Umfang

In Solingen sehen wir oft, dass die geologischen Übergänge zwischen den Höhenrücken und den Kerbtälern der Bäche auf kürzester Distanz wechseln – was bei der Bemessung flexibler Fahrbahnen eine echte Herausforderung ist. Oben auf der Hochfläche steht oft steifer Hanglehm an, während 50 Meter weiter hangabwärts bereits aufgeweichter Verwitterungslehm mit weicher Konsistenz dominiert. Genau deshalb reicht eine pauschale Annahme des Frostempfindlichkeitsgrades F2 oder F3 nicht aus; wir klassifizieren den Boden im Labor durch eine Korngrößenanalyse und die Bestimmung der Atterberg-Grenzen, um die exakte Bodengruppe nach DIN 18196 festzulegen. Ein wichtiger Punkt unserer Arbeit ist die mehrstufige Verdichtungsprüfung: Wir lassen die Tragschicht nicht einfach nur abwalzen, sondern überwachen den Einbau durch systematische Lastplattendruckversuche. So stellen wir sicher, dass auf dem frostempfindlichen, tonig-schluffigen Untergrund keine unzulässigen Verformungen auftreten und die Asphaltpakete später keine Netzrisse ausbilden, wie wir es leider an manch älterer Bushaltestelle im Stadtgebiet beobachten können.
Bemessung flexibler Fahrbahnen in Solingen: Was der Untergrund wirklich braucht
Technisches Referenzbild — Solingen

Standortspezifische Faktoren

Vergleicht man die Bedingungen in Solingen-Wald mit denen in Ohligs, wird der Unterschied schnell klar: In Wald haben wir es oft mit sehr steifen, tragfähigen Verwitterungsböden auf den Höhenzügen zu tun, während in Ohligs und den tiefer gelegenen Bereichen die Auenlehme eine deutlich geringere Steifigkeit aufweisen. Das größte Risiko bei der Bemessung flexibler Fahrbahnen in Solingen ist die Unterschätzung der lokalen Wasserführung. Der bergische Schiefer wirkt oft als Wasserstauer, und wenn das Niederschlagswasser – immerhin rund 1.100 mm im Jahr – nicht konsequent abgeleitet wird, weicht der Untergrund auf und verliert binnen weniger Frost-Tau-Wechsel seine Tragfähigkeit. Eine falsch dimensionierte Frostschutzschicht oder eine unzureichende Querneigung der Planie führen dann sehr schnell zu Ausbrüchen, Spurrinnen und Schlaglöchern, die wir regelmäßig an nicht fachgerecht gebauten Parkplätzen und Anliegerstraßen begutachten. Deshalb legen wir bei jedem Projekt ein besonderes Augenmerk auf die Entwässerung des Oberbaus und die Sauberkeit der Planumsfläche vor dem ersten Schottereinbau.

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Typische Werte

ParameterTypischer Wert
Mindestdicke Asphaltpaket (BK 100)22 cm (RStO 12, Tafel 1, Zeile 1)
Frostempfindlichkeitsklasse typischF3 (stark frostempfindlich, Ton/Schluff)
Verformungsmodul Planum (Ev2)≥ 45 MN/m² (RStO 12)
Verformungsmodul Tragschicht (Ev2)≥ 120 MN/m² (Schottertragschicht)
Verdichtungsgrad DPr≥ 100 % (ZTV E-StB 17)
Plattendruckversuch je Prüffeldmind. 3 Stück (ZTV E-StB 17)

Zugehörige Fachleistungen

01

Baugrunderkundung und Laboranalyse für Asphaltstraßen

Wir führen die Baugrundaufschlüsse mit Rammkernsondierungen durch und bestimmen im Labor die Klassifikation nach DIN 18196, den CBR-Wert sowie die Frostempfindlichkeit. Auf Basis dieser Werte legen wir die genaue Schichtdicke der ungebundenen Tragschicht und den Aufbau des Asphaltpakets fest.

02

Qualitätssicherung beim Schichteinbau

Während des Baus überwachen wir den Einbau der Frostschutz- und Schottertragschicht mit dem statischen und dynamischen Plattendruckversuch. Wir kontrollieren den Verdichtungsgrad und den Wassergehalt, um eine gleichmäßige Steifigkeit im gesamten Baufeld zu gewährleisten und die Anforderungen der ZTV E-StB 17 Punkt genau einzuhalten.

Normativer Rahmen

RStO 12 (Richtlinien für die Standardisierung des Oberbaus von Verkehrsflächen), ZTV E-StB 17 (Zusätzliche Technische Vertragsbedingungen und Richtlinien für Erdarbeiten im Straßenbau), DIN EN 13286-2 (Proctordichte und Wassergehalt), DIN 18196 (Bodenklassifikation für bautechnische Zwecke)

Fragen und Antworten

Was kostet eine Bemessung flexibler Fahrbahnen für eine Einfahrt in Solingen?

Für eine Einfahrt oder einen kleinen Parkplatz in Solingen liegen die Kosten für die komplette Bemessung inklusive Baugrunderkundung, Laborversuchen und dem rechnerischen Nachweis der Dimensionierung typischerweise zwischen €1.470 und €4.450. Der genaue Preis hängt stark von der Flächengröße und der Anzahl der notwendigen Sondierungen ab, da die Bodenverhältnisse hier oft auf kurzer Distanz wechseln.

Welche Besonderheit hat der Boden in Solingen beim Straßenbau?

Der Untergrund in Solingen ist geprägt von den Verwitterungsprodukten des devonischen Schiefers. Wir haben es häufig mit stark tonigen, wasserstauenden Böden der Frostempfindlichkeitsklasse F3 zu tun. Das bedeutet, dass die Frostschutzschicht besonders sorgfältig bemessen und das Oberflächenwasser sauber abgeleitet werden muss, um Hebungen und späteres Versacken zu verhindern.

Muss für einen Radweg in Solingen die gleiche Bemessung wie für eine Straße erfolgen?

Der grundsätzliche Ablauf der Bemessung ist identisch, aber die Belastungsklasse ist geringer. Für einen Radweg wird in der Regel die Bauklasse BK 0,3 oder BK 1,0 nach RStO gewählt, was einen deutlich dünneren Asphaltaufbau erlaubt. Die Tragfähigkeit des Untergrunds muss aber trotzdem nachgewiesen werden, denn auch ein Radweg leidet schnell unter Frostschäden, wenn die Frostschutzschicht auf dem Solinger Lehmboden zu knapp dimensioniert ist.

Standort und Servicegebiet

Wir betreuen Projekte in Solingen und Umgebung.

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