Wenn der Dynapac-Walzenzug über die Schottertragschicht in Solingen-Mitte fährt und die Plattendruckversuche vor Ort gemacht werden, wissen wir: Der Teufel steckt hier im Detail. Denn der bergische Boden unter Solingen ist geprägt von tiefgründig verwitterten Tonschiefern und Lösslehmauflagen, die je nach Wassergehalt ihre Tragfähigkeit drastisch verändern können. Bei der Bemessung flexibler Fahrbahnen heißt das für uns konkret, dass ein Standardaufbau nach Tafel 1 der RStO 12 nicht einfach blind übernommen werden kann. Wir kombinieren deshalb immer eine gründliche Baugrunderkundung mit mehreren Plattendruckversuchen auf dem Planum, um den tatsächlichen Verformungsmodul Ev2 zu bestimmen. Nur so lässt sich der frostsichere Oberbau dimensionieren, der den täglichen Verkehrslasten auf den Zufahrten zu den Gewerbegebieten standhält. In einem Fall haben wir auf einer Trasse nahe der Wupper erst nach einem zusätzlichen CPT-Versuch die weichen Auelehmschichten in 2,5 Metern Tiefe erkannt und konnten durch eine angepasste Tragschichtdicke spätere Setzungsschäden vermeiden.
In den Hanglagen von Solingen entscheidet nicht die Asphaltdicke über die Lebensdauer, sondern die präzise Abstimmung der ungebundenen Tragschichten auf den lokal anstehenden Verwitterungslehm.
Standortspezifische Faktoren
Vergleicht man die Bedingungen in Solingen-Wald mit denen in Ohligs, wird der Unterschied schnell klar: In Wald haben wir es oft mit sehr steifen, tragfähigen Verwitterungsböden auf den Höhenzügen zu tun, während in Ohligs und den tiefer gelegenen Bereichen die Auenlehme eine deutlich geringere Steifigkeit aufweisen. Das größte Risiko bei der Bemessung flexibler Fahrbahnen in Solingen ist die Unterschätzung der lokalen Wasserführung. Der bergische Schiefer wirkt oft als Wasserstauer, und wenn das Niederschlagswasser – immerhin rund 1.100 mm im Jahr – nicht konsequent abgeleitet wird, weicht der Untergrund auf und verliert binnen weniger Frost-Tau-Wechsel seine Tragfähigkeit. Eine falsch dimensionierte Frostschutzschicht oder eine unzureichende Querneigung der Planie führen dann sehr schnell zu Ausbrüchen, Spurrinnen und Schlaglöchern, die wir regelmäßig an nicht fachgerecht gebauten Parkplätzen und Anliegerstraßen begutachten. Deshalb legen wir bei jedem Projekt ein besonderes Augenmerk auf die Entwässerung des Oberbaus und die Sauberkeit der Planumsfläche vor dem ersten Schottereinbau.
Fragen und Antworten
Was kostet eine Bemessung flexibler Fahrbahnen für eine Einfahrt in Solingen?
Für eine Einfahrt oder einen kleinen Parkplatz in Solingen liegen die Kosten für die komplette Bemessung inklusive Baugrunderkundung, Laborversuchen und dem rechnerischen Nachweis der Dimensionierung typischerweise zwischen €1.470 und €4.450. Der genaue Preis hängt stark von der Flächengröße und der Anzahl der notwendigen Sondierungen ab, da die Bodenverhältnisse hier oft auf kurzer Distanz wechseln.
Welche Besonderheit hat der Boden in Solingen beim Straßenbau?
Der Untergrund in Solingen ist geprägt von den Verwitterungsprodukten des devonischen Schiefers. Wir haben es häufig mit stark tonigen, wasserstauenden Böden der Frostempfindlichkeitsklasse F3 zu tun. Das bedeutet, dass die Frostschutzschicht besonders sorgfältig bemessen und das Oberflächenwasser sauber abgeleitet werden muss, um Hebungen und späteres Versacken zu verhindern.
Muss für einen Radweg in Solingen die gleiche Bemessung wie für eine Straße erfolgen?
Der grundsätzliche Ablauf der Bemessung ist identisch, aber die Belastungsklasse ist geringer. Für einen Radweg wird in der Regel die Bauklasse BK 0,3 oder BK 1,0 nach RStO gewählt, was einen deutlich dünneren Asphaltaufbau erlaubt. Die Tragfähigkeit des Untergrunds muss aber trotzdem nachgewiesen werden, denn auch ein Radweg leidet schnell unter Frostschäden, wenn die Frostschutzschicht auf dem Solinger Lehmboden zu knapp dimensioniert ist.