Der Untergrund in Solingen ist so wechselhaft wie das Stadtbild selbst. In Gräfrath mit seinen devonischen Grauwacken und Tonschiefern erwartet man einen ganz anderen Baugrund als im Ohligser Terrassenkörper mit quartären Sanden und Kiesen. Diese geologischen Kontraste auf engstem Raum machen die seismische Tomographie hier unverzichtbar. Wir setzen Refraktions- und Reflexionsmessung gezielt ein, um den Felshorizont, die Mächtigkeit der Lockersedimente und mögliche Störungszonen zu kartieren. Die Scherwellenmessung liefert zusätzlich die bodendynamischen Kennwerte, die für die Erdbebenbemessung nach DIN EN 1998-1/NA in der Erdbebenzone 1 erforderlich sind. So entsteht ein belastbares Untergrundmodell, bevor der erste Bagger rollt.
Wir kartieren den Felshorizont in Solingen zentimetergenau – auch unter harten Bedingungen in engen Bachtälern und an bewaldeten Steilhängen.
Fragen und Antworten
Was ist der Unterschied zwischen Refraktions- und Reflexionstomographie?
Die Refraktionstomographie nutzt die Brechung seismischer Wellen an Schichtgrenzen mit zunehmender Geschwindigkeit. Sie liefert ein Bild des Untergrunds bis zur Felsoberkante. Die Reflexionstomographie zeichnet die an Schichtgrenzen reflektierten Wellen auf und kann auch tiefere Horizonte sowie Geschwindigkeitsinversionen abbilden – etwa wenn weicher Ton unter steifem Mergel liegt.
Warum ist die seismische Tomographie in Solingen besonders wichtig?
Solingen liegt im Rheinischen Schiefergebirge mit devonischen Grauwacken, Tonschiefern und quartären Terrassenablagerungen. Die Topographie mit tiefen Bachtälern erzeugt stark wechselnde Untergrundverhältnisse auf kurze Distanz. Die seismische Tomographie liefert flächendeckende Informationen über den Felsverlauf und erkennt Störungszonen, die mit Bohrungen allein nicht zu erfassen sind.
Welche Genauigkeit erreicht die seismische Tomographie?
In den üblichen Erkundungstiefen bis 30 m liegt die laterale Auflösung bei etwa einem halben Geophonabstand, typischerweise 1 bis 2 m. Die Tiefenauflösung beträgt etwa 5 bis 10 Prozent der Erkundungstiefe. Die Genauigkeit hängt vom Geschwindigkeitskontrast der Schichten und vom Signal-Rausch-Verhältnis ab.
Wie lange dauert eine seismische Messkampagne?
Eine typische Messlinie von 100 m Länge mit Refraktionstomographie ist an einem Tag durchgeführt und ausgewertet. Bei umfangreicheren Projekten mit mehreren Linien oder kombinierter Reflexionsmessung rechnen Sie mit zwei bis fünf Feldtagen, abhängig von Geländezugang und Untergrundkomplexität.
Was kostet eine seismische Tomographie in Solingen?
Die Kosten liegen je nach Umfang zwischen 2.190 € und 5.180 €. Der Preis hängt ab von der Linienlänge, der Anzahl der Geophone, dem gewählten Wellentyp (nur P-Wellen oder kombiniert P+S) und dem Aufwand für die Geländelogistik. Wir erstellen Ihnen gern ein Angebot nach Ortsbesichtigung.