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Schürfgruben in Solingen: Geotechnische Sondierbohrung für fundierte Baugrundkenntnis

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Wenn der kleine Kompaktbagger mit seinem Tieflöffel die ersten Dezimeter der Grasnarbe im Solinger Stadtgebiet abträgt, beginnt ein maßgeblicher Schritt für jedes Bauvorhaben. Die Schürfgrube – oft auch als Sondierbohrung bezeichnet – ist eine klassische Methode der direkten Baugrunderkundung. Anders als bei reinen Bohrverfahren ermöglicht sie einen offenen Einblick in das Bodengefüge. In Solingen mit seinen stark wechselnden Untergrundverhältnissen, geprägt von devonischen Schiefern, verwittertem Fels und quartären Lehmauflagen, entscheidet dieser Einblick über die Gründungsart. Ein erfahrener Baugrundgutachter kann hier an der freigelegten Wand bereits Gefügestörungen oder Kluftwasserzutritte erkennen, die eine Bohrung allein nicht liefert. Der Einsatz dieser Methode wird ergänzt durch die Entnahme gestörter und ungestörter Proben aus bis zu 3 bis 4 Metern Tiefe, wobei die angetroffene Verwitterungszone der Grauwacke oft die natürliche Endtiefe vorgibt.

Die offene Sondierbohrung liefert in den heterogenen Hanglagen des Bergischen Landes mehr als ein Bohrprofil – sie zeigt das wahre Gefüge des Baugrunds.

Methodik und Umfang

Die Bodenprofile in Ohligs unterscheiden sich signifikant von denen im bergischen Kerngebiet um Gräfrath. Während man in Ohligs auf den sandig-kiesigen Terrassenablagerungen der Mittelterrasse oft bereits bei geringer Tiefe guten Baugrund antrifft, dominieren in den Hanglagen Richtung Burg tiefgründige Verwitterungslehme mit eingelagerten Schieferschutt. Dieser geologische Kontrast macht die Schürfgrube in Solingen so wertvoll, denn sie erlaubt eine visuelle Einordnung von Übergangshorizonten, die ein CPT-Versuch allein nicht in gleicher Weise aufklären kann. Für die Bewertung der Tragfähigkeit unterhalb der Verwitterungsschicht ziehen wir bei Felsgründungen oft einen ergänzenden Plattendruckversuch heran, um die Bettungsmoduln direkt auf der Sohle zu verifizieren. In den Auenbereichen der Wupper hingegen, wo mit organischen Beimengungen zu rechnen ist, kombinieren wir die Aufschlüsse mit einer Korngrößenanalyse, um die Frostsicherheit und Verdichtbarkeit des anstehenden Materials sicher zu bewerten.
Schürfgruben in Solingen: Geotechnische Sondierbohrung für fundierte Baugrundkenntnis
Technisches Referenzbild — Solingen

Standortspezifische Faktoren

Rund 160.000 Einwohner leben in einer Stadt, deren Topografie von über 100 Metern Höhenunterschied zwischen den Flusstälern und den Kuppen geprägt ist. In Solingen ist der Baugrund oft ein Puzzle aus Rutschmassen und verwitterten Schieferbruchstücken. Wird auf einer Hangrippe eine Schürfgrube abgeteuft, muss der Gutachter besonders auf Harnischflächen und eingeregelte Tonlagen achten – Indikatoren für alte Kriechbewegungen. Die Gefahr, einen Hanganschnitt zu unterschätzen, ist real und führt im schlimmsten Fall zu einer unterdimensionierten Hangstabilisierung. Daher ist die direkte Ansprache des Bodens durch die offene Sondierung unverzichtbar; sie deckt Schwächezonen auf, die eine reine Drucksondierung übersehen würde. Für die statische Nachweisführung von Stützmauern oder die Beurteilung der Böschungsstabilität in den bergischen Hanglagen liefert dieser Aufschluss die entscheidenden Parameter für die Scherfestigkeit.

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Typische Werte

ParameterTypischer Wert
Maximale Aufschlusstiefe (mit Baggerschaufel)3,0 m – 4,0 m (abhängig von Felshorizont und Arbeitsraum)
Minimaler Durchmesser der Grube≥ 0,8 m (für Probennahme und Begehbarkeit)
BodenprobenartGestörte Proben (Eimerproben) und Sonderproben in Ausstechzylindern
Anwendbare Norm (Deutschland)DIN EN 1997-2 (Eurocode 7) und DIN 4021 (Aufschlüsse durch Schürfe)
DokumentationFotodokumentation der Schichtprofile und Schichtenverzeichnis nach ISO 14688
VerfüllungLagenweise verdichtet mit Nachweis der Einbaufähigkeit durch Eigenüberwachung
Grubenverbau bei BedarfGrabenverbaugeräte oder Stahlplatten bei Tiefen > 1,25 m und nicht standfestem Boden

Zugehörige Fachleistungen

01

Bodenaufnahme und Schichtprofil

Ansprache des Baugrunds direkt am Grubenstoß. Erstellung eines detaillierten Schichtprofils mit Klassifikation der Bodengruppen nach DIN 18196 und Fotodokumentation.

02

Probenentnahme und Laborveranlassung

Entnahme repräsentativer gestörter und ungestörter Proben. Veranlassung der bodenmechanischen Laborversuche zur Bestimmung von Konsistenzgrenzen, Korngrößenverteilung und Scherparametern.

03

Baugrundbeurteilung für Versickerung

Bewertung des Untergrunds hinsichtlich der Durchlässigkeit für die dezentrale Regenwasserbewirtschaftung. Aufnahme von Gefügemerkmalen und erste Abschätzung der Sickerfähigkeit gemäß DWA-A 138.

Normativer Rahmen

DIN EN 1997-2:2010-10 (Eurocode 7 – Erkundung und Untersuchung des Baugrunds), DIN 4021:1990-10 (Baugrund; Aufschluss durch Schürfe und Bohrungen), ISO 14688-1:2017-12 (Benennung und Beschreibung von Boden)

Fragen und Antworten

Wann ist eine Schürfgrube in Solingen sinnvoller als eine reine SPT-Bohrung?

Immer dann, wenn die Bodenstruktur visuell beurteilt werden muss. In Solingens Hanglagen mit Schieferschutt und Harnischflächen ist die direkte Ansprache der Schichtgrenzen und Kluftkörper entscheidend. Die Grube erlaubt auch die Entnahme von ungestörten Proben in Ausstechzylindern, was bei stark heterogenem Felszersatz präziser ist als ein gestörter Bohrkern.

Benötige ich für das Abteufen der Schürfgrube eine spezielle Genehmigung?

In der Regel nicht, wenn die Grube der unmittelbaren Baugrunderkundung dient und zeitnah wieder verfüllt wird. Bei Eingriffen in den Grundwasserleiter oder in der Nähe von Leitungen sind jedoch vorab Leitungsauskünfte und ggf. eine wasserrechtliche Erlaubnis einzuholen. Unser Team kümmert sich um die Koordination mit den Stadtwerken Solingen.

Wie lange dauert die Erkundung vor Ort und wann bekomme ich Ergebnisse?

Die Feldarbeit für eine Schürfgrube dauert in der Regel einen halben Tag, inklusive An- und Abtransport des Baggers und der lagenweisen Verfüllung. Ein vorläufiges mündliches Ergebnis erhalten Sie noch vor Ort. Das schriftliche Kurzgutachten mit den Schichtprofilen und einer ersten Gründungsempfehlung liegt meist innerhalb von 5 Arbeitstagen vor.

Mit welchen Kosten muss ich für eine Schürfgrube in Solingen rechnen?

Die Kosten hängen von der Tiefe und der Anzahl der Aufschlüsse ab. Für eine einzelne Schürfgrube mit einer Tiefe von bis zu 3 Metern, inklusive Bagger, Anfahrt, Dokumentation und Kurzbericht, liegt der Preisrahmen typischerweise zwischen 420 und 650 Euro. Bei mehreren Gruben zur Erkundung einer größeren Hangfläche reduzieren sich die Kosten pro Aufschluss.

Kann die Grube bei Starkregen einstürzen und was passiert mit dem Aushub?

Bei Starkregen oder nicht standfesten Böden setzen wir einen leichten Grabenverbau ein, um ein Nachbrechen zu verhindern. Die Grube ist nie über Nacht offen. Der Aushub wird fachgerecht lagenweise wiedereingebaut und verdichtet, sodass die Fläche danach wieder ihren ursprünglichen Zustand erhält.

Standort und Servicegebiet

Wir betreuen Projekte in Solingen und Umgebung.

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